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PASCALE
PFEUTI
Ob
chronische Heiserkeit oder Verkrampfungen im Kieferbereich –
mit den geeigneten Übungen können Stimmprobleme behoben
werden. Eine professionelle Stimmtrainerin erzählt, wie.
«MMM,
UUU, OOOOO», dabei die Ohren massieren und immer schön
locker bleiben. Dann mit einem «pffffffrrr» die Lippen
locker im Luftstrom flattern lassen. – Dies sind nur zwei von
unzähligen Übungen, die unsere Stimme bilden, den
Kiefer lockern und gleichzeitig unsere Konzentration fördern.
Doch das Stimmtraining findet nicht nur im und ums Gesicht statt. Es
ist eine ganzkörperliche Angelegenheit, die viel Bewusstsein und
Aufmerksamkeit fordert.
Mehr dazu weiss Renate Schwank,
selbstständige Logopädin und Stimmtrainerin in Basel.
Ihre eigene Praxis an der Oetlingerstrasse in Basel ist hell, sie
sitzt aufrecht auf ihrem Stuhl, die Füsse gut mit dem Boden
verankert. Ihre Stimme fliesst regelmässig, immer wieder
trinkt sie einen Schluck Wasser. Man sieht: Diese Frau übt
selbst aus, was sie ihren Patienten lehrt. «Es gibt ein paar Tricks, die jeder für sich
im Alltag befolgen
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kann. Dazu gehören
regelmässiges Atmen und häufiges Trinken, mindestens
drei Liter Wasser pro Tag.» Natürlich reicht die
Bewässerung alleine nicht aus. Und schon gar nicht für
jemanden, der an akuten Sprechstörungen leidet.
«Zu mir
in Behandlung kommen grösstenteils Leute mit Sprechberufen»,
so Schwank. «Lehrer, Sänger, Vertreter, Dozenten und
andere, die durch das viele Reden müde werden oder sogar
Schmerzen im Stimmlippenbereich haben.» Auch wer «nur»
ein Engegefühl im Hals empfindet oder sich dauernd räuspern
muss, hat bei einer logopädischen Therapie Hoffnung auf
Besserung.
SENSIBEL.
«Die menschliche
Stimme ist ein sehr empfindliches Organ und sollte nicht unterschätzt
werden», so Schwank. Man könne ihre Tätigkeit mit
Hochleistungssport vergleichen, so schwingen die menschlichen
Stimmlippen immerhin bis zu drei Millionen Mal am Tag. Dazu
kommt: Die Stimme steht in engem Zusammenhang mit der momentanen
Befindlichkeit eines jeden Individuums. So kann die Stimme eines Sängers
mit hartnäckigem Durchfall stark geschwächt sein oder bei
jemandem, der nicht bewusst mit seinem
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Atem umgeht, schmerzen. In
logopädischen Therapien lernt der Patient seine Stimme oft
erstmals richtig kennen, er beginnt Mund, Nase, Rachen, Rücken
und andere Stellen des Körpers wahrzunehmen und beim Reden
bewusst einzusetzen.
Am
effizientesten wäre wohl regelmässiger
Stimmbildungsunterricht eines jeden Kindes im Schulunterricht,
findet Schwank. Was heutzutage leider oft untergeht, wussten die
Leute in der Antike längst. Systematisches Stimmtraining
gehörte bei den Griechen und Römern zur allgemeinen
Bildung. Damals musste, wer am öffentlichen Leben
teilnehmen wollte, bei einem so genannten Phonasken, einem
Sprachlehrer, den obligatorischen Sprechunterricht nehmen.
Doch Schwank
glaubt an eine Wiederbelebung dieses Bewusstseins der Stimme.
Einen Teil dazu trägt sie mit dem morgigen Infoabend bei: An dem
Anlass wird Schwank mit ihren Kolleginnen Dorothea Sidow und
Sabine Stücheli nebst Kurzreferaten auch praktische
Schnupper-Workshops anbieten. Eine Chance also für jeden, der
die viel versprechenden «Jaa-ee-ii-oo-uu» gleich selber
ausprobieren möchte.
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Europäischer Tag der Stimme
GENIAL.
Der «Europäische
Tag der Stimme 2006» ist die erste länderübergreifende
Kampagne zum Thema Stimme und Sprechen. Entstanden ist er im
Jahr 2004 in Österreich. Was von «Stimme.at», dem
europäischen Netzwerk der Stimmexperten, initiiert wurde,
wächst über die österreichischen Grenzen hinaus:
In rund 30 Städten in Österreich, Deutschland und der
Schweiz finden zahlreiche Vorträge und Seminare zum Thema Stimme
statt. Ziel des Anlasses ist es, die Gesellschaft auf die Vielfalt
und Genialität der menschlichen Stimme aufmerksam zu
machen. Der Infoabend von Renate Schwank und ihren Kolleginnen
Dorothea Sidow und Sabine Stücheli findet morgen
Donnerstag zwischen 17.30 und 20 Uhr im Refektorium der
Elisabethen-Kirche statt.
>www.stimmbalance.ch
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